Wie läuft eine Filmproduktion ab? Einfach erklärt

Sie haben sich entschieden, ein professionelles Video produzieren zu lassen – Glückwunsch! Vielleicht ein Imagefilm fürs Unternehmen, ein Produktvideo oder eine Baustellendokumentation.
Aber wie läuft so eine Filmproduktion eigentlich ab? Was passiert von der ersten Idee bis zum fertigen Video? In diesem Artikel erklären wir den kompletten Produktionsprozess –
verständlich, ohne Fachchinesisch, mit einem Augenzwinkern. So wissen Sie genau, was auf Sie zukommt.

Inhaltsverzeichnis:

1. Die drei großen Phasen einer Filmproduktion

2. Phase 1: Pre-Production (Vorbereitung)

3. Phase 2: Production (Der Dreh)

4. Phase 3: Post-Production (Nachbearbeitung)

5. Timeline: Wie lange dauert eine Filmproduktion?

6. Was kostet eine Filmproduktion?

7. Fazit: Filmproduktion ist Teamwork


Die drei großen Phasen einer Filmproduktion

Jede professionelle Filmproduktion läuft in drei klar getrennten Phasen ab. Egal ob Hollywoodfilm oder Corporate Video – die Struktur ist immer gleich:

1. Pre-Production (Vorproduktion): Hier wird geplant. Was soll gefilmt werden? Wo? Wann? Mit wem? Welches Equipment brauchen wir?

2. Production (Produktion/Dreh): Kamera läuft. Hier wird das eigentliche Material aufgenommen – der "Dreh".

3. Post-Production (Postproduktion): Schnitt, Farbkorrektur, Sound, Musik. Aus hunderten Clips wird ein fertiges Video. Die meisten Laien denken: "Filmproduktion = Kamera aufstellen und drehen." Tatsächlich
ist der Dreh oft der kürzeste Teil. Pre- und Post-Production nehmen deutlich mehr Zeit in Anspruch. Ein Beispiel: Ein 3-Minuten-Imagefilm hat typischerweise 1-2 Wochen Pre-Production, 1-2 Drehtage und 1-2 Wochen Post-Production. Der Dreh macht also nur 10-20% der Gesamtzeit aus.

Phase 1: Pre-Production – Die Vorbereitung

Die Pre-Production ist die wichtigste Phase. Hier entscheidet sich, ob die Produktion smooth läuft oder im

Chaos endet.

2.1 Briefing & Konzept

Was passiert: Sie erzählen uns, was Sie brauchen. Wir hören zu, fragen nach, verstehen Ihr Business.

Typische Fragen: • Was ist das Ziel des Videos? (Mehr Bewerber? Mehr Verkäufe? Investoren

überzeugen?) • Wer ist die Zielgruppe? (B2B-Entscheider? Endkunden? Bewerber?) • Wo wird das Video

eingesetzt? (Website? Social Media? Messe?) • Gibt es Corporate Design Guidelines? • Budget-Rahmen?

Dauer: 1-2 Stunden Gespräch, dann 2-5 Tage Konzeptentwicklung Ergebnis: Ein schriftliches Konzept

mit Idee, Umsetzungsvorschlag, grober Timeline

2.2 Drehbuch oder Treatment

Was passiert: Das Konzept wird konkretisiert. Bei komplexeren Videos entsteht ein Drehbuch oder

Treatment. Treatment = Szene-für-Szene-Beschreibung ohne Dialog Drehbuch = Mit Dialogen, exakten

Texten (bei Sprechervideos) Für die meisten Corporate Videos reicht ein Treatment: "Szene 1:

Außenaufnahme Firmengebäude bei Sonnenuntergang. Drohne fliegt von links. Szene 2: Mitarbeiter

Interview im Büro..." Wichtig: Hier können Sie noch ändern! Nach dem Dreh wird's schwierig. Dauer: 2-7

Tage Ergebnis: Treatment oder Drehbuch, das alle absegnen

2.3 Planung & Organisation

Was passiert: Die Logistik. Location scouten, Termine koordinieren, Equipment buchen, Genehmigungen

einholen. Konkret:Location Scouting: Wo drehen wir? Licht-Check, Lärm-Check, Stromversorgung

prüfen • Casting: Wer ist vor der Kamera? (Geschäftsführer? Mitarbeiter? Schauspieler?) •

Terminabstimmung: Wann sind alle verfügbar? • Equipment: Welche Kameras, Objektive, Licht, Ton

brauchen wir? • Genehmigungen: Drehgenehmigung Innenstadt? Drohnenflug-Erlaubnis? GEMA? •

Versicherung: Equipment-Versicherung, Haftpflicht Bei Baustellendoku kommt hinzu:

Sicherheitseinweisung,

Phase 2: Production – Der Dreh

Jetzt wird's konkret. Kamera läuft.

3.1 Aufbau & Setup

Was passiert: Bevor die erste Szene gedreht wird, wird aufgebaut. Das dauert länger, als Laien denken.

Typischer Ablauf am Drehtag: 08:00 Uhr - Team kommt an Equipment wird ausgeladen. Kameras,

Licht, Ton, Stative, Kabel. Bei größeren Productions: 2-3 Fahrzeuge voll Material. 08:30 Uhr - Licht

aufbauen Professionelles Licht macht 50% der Bildqualität aus. Setup dauert 30-90 Minuten. 09:30 Uhr -

Kamera-Setup Kamera auf Stativ/Gimbal, Objektiv wählen, Einstellungen, Testshots. 10:00 Uhr -

Sound-Check Mikrofone platzieren, Pegel einstellen, Störgeräusche identifizieren (Klimaanlage?

Straßenlärm?). 10:30 Uhr - Erste Szene kann gedreht werden Warum so lange? Weil Licht, Ton und

Kameraeinstellungen perfekt sein müssen. Nachträglich fixen ist teuer oder unmöglich.

3.2 Der eigentliche Dreh

Was passiert: Szene für Szene wird abgedreht. Mehrmals. Aus verschiedenen Perspektiven. Wichtig zu

verstehen: Nichts wird "in einem Rutsch" gefilmt. Jede Szene wird mehrmals aufgenommen: Take 1:

Technischer Test. Läuft alles? Take 2: Erste echte Aufnahme. Meist nicht perfekt. Take 3: Besser. Aber

Flugzeug fliegt über. Take 4: Noch besser. Aber Kameramann verwackelt. Take 5: Sitzt! Das nehmen wir.

Dann: Andere Perspektive. Same procedure. Warum mehrere Takes? • Technische Probleme (Licht,

Ton, Fokus) • Menschliche Versprecher • Störgeräusche (LKW, Flugzeug, Baustelle) • Bessere Varianten

für den Schnitt Faustregel: Von 100 Minuten Material werden später 3 Minuten verwendet. Typische

Szenen bei Corporate Video: • Außenaufnahmen Gebäude (5-10 Takes) • Drohnenaufnahmen (15-20

Takes, Wind ist schwierig) • Interview Geschäftsführer (3-5 komplette Durchläufe) • Produktion/Werkstatt

B-Roll (20-30 Clips) • Detail-Aufnahmen (10-20 Clips)

3.3 Was Sie als Kunde am Drehtag tun

Ihre Rolle am Set: Was wir von Ihnen brauchen: • Zugang zu Räumen/Locations • Ansprechpartner vor

Ort • Evtl. Freigabe von Szenen (wenn gewünscht) Was Sie NICHT tun sollten: • Ins Bild laufen während

Aufnahme läuft • Lautstark telefonieren in der Nähe • Equipment anfassen • Lichter an/ausschalten •

"Kannst du das nochmal machen?" rufen (Regisseur entscheidet) Was erlaubt ist: • Zuschauen (leise) •

Fragen in Drehpausen • Feedback geben ("Der Satz war verwirrend, können wir den umformulieren?")

Tipp: Vertrauen Sie dem Team. Die wissen, was sie tun.

Phase 3: Post-Production – Die Nachbearbeitung

Der Dreh ist fertig. Jetzt beginnt die Magie: Aus hunderten Clips wird ein Video.

4.1 Material sichten & selektieren

Was passiert: Der Editor schaut sich ALLES an. Markiert die besten Takes. Typisches Verhältnis: • 2

Stunden Rohmaterial • 30 Minuten brauchbar • 3 Minuten im finalen Video Warum so viel Ausschuss?

Versprecher • Technische Probleme • Doppelte Takes • Bessere Alternative wurde später gedreht Dauer:

Bei 2h Material → 1-2 Tage Sichtung

4.2 Rohschnitt

Was passiert: Die Story nimmt Form an. Szenen werden aneinandergereiht, Timing wird festgelegt. Der

Rohschnitt ist: • Ohne Farbkorrektur (sieht flach aus) • Ohne Sound Design (nur O-Ton) • Ohne Musik •

Ohne Grafiken/Texte • Ohne finale Übergänge Zweck: Story und Timing checken. "Funktioniert die

Erzählung?" "Passt die Länge?" Hier bekommen Sie die erste Version zu sehen. Jetzt können Sie noch

Änderungen vorschlagen: Szenen kürzen, umstellen, rausnehmen. Wichtig: Beurteilen Sie nur Story und

Inhalt, nicht die Optik. "Sieht noch farblos aus" – ja, kommt noch. Dauer: 2-5 Tage Feedback-Runden:

1-2 (mehr wird teuer)

4.3 Feinschnitt

Was passiert: Jetzt wird's präzise. Jeder Frame sitzt. Übergänge smooth. Timing perfekt. Details:

Schnitte auf den Punkt genau (frame-accurate) • Übergänge (Cuts, Fades, Dissolves) • Speed-Ramping

(Zeitlupe, Zeitraffer) • Stabilisierung verwackelter Aufnahmen • Zoom-Ins digital Dauer: 2-4 Tage

4.4 Farbkorrektur (Color Grading)

Was passiert: Hier passiert die visuelle Magie. Das Video bekommt "den Look". Zwei Schritte: 1. Color

Correction: Technisch. Weißabgleich, Helligkeit, Kontrast angleichen. 2. Color Grading: Kreativ. Der

"Look". Warm? Kühl? Kontrastreich? Gedämpft? Beispiele: • Tech-Firma: Kühle Blautöne, hoher

Kontrast, modern • Handwerksbetrieb: Warme Töne, natürlich, authentisch • Luxus-Marke: Entsättigt,

hoher Kontrast, edel Warum wichtig? Farbkorrektur macht 30-40% der Bildqualität aus. Dauer: 1-3 Tage

4.5 Sound Design & Musik

Was passiert: Audio macht 50% der Wirkung. Hier wird's aufgemotzt. Sound Design: • Störgeräusche

entfernen (Rauschen, Brummen) • Lautstärke angleichen • Soundeffekte hinzufügen (Whoosh, Clicks für

Grafiken) • Atmosphäre (Ambient Sounds) Musik: • Lizenzfreie Musik (GEMA-frei) aussuchen • Passend

zum Mood • Lautstärke anpassen (leiser bei Sprache) Voice-Over: Falls Sprechertext: Professionellen

Sprecher buchen, aufnehmen, einbauen. Dauer: 1-2 Tage

4.6 Motion Graphics & Texte

Was passiert: Texte, Logos, animierte Grafiken werden hinzugefügt. Typische Elemente: • Intro mit

Logo • Lower Thirds (Namen einblenden bei Interviews) • Texttafeln (Fakten, Zahlen) • Call-to-Action amEnde • Animierte Icons • Daten-Visualisierungen Dauer: 1-3 Tage (je nach Komplexität)

4.7 Finaler Export & Delivery

Was passiert: Das Video wird in verschiedenen Formaten exportiert. Typische Formate: • 4K für

Website/YouTube (3840x2160) • Full HD für Social Media (1920x1080) • Quadratisch für Instagram

(1080x1080) • Vertikal für Stories/Reels (1080x1920) • Messe-Version (oft 4K, ohne Ton) Delivery:

Download-Link (WeTransfer, Dropbox) • Oder: Auf USB-Stick/Festplatte Dauer: Export je nach Länge

1-12 Stunden

Timeline: Wie lange dauert eine Filmproduktion?

Beispiel: 3-Minuten Imagefilm Woche 1-2: Pre-Production • Tag 1-2: Briefing & Konzept • Tag 3-5:

Treatment schreiben • Tag 6-10: Planung, Location Scout, Organisation Woche 3: Production • Tag 1-2:

Dreh (2 Drehtage typisch) • Tag 3-5: Puffer / Zusatz-Drehs falls nötig Woche 4-5: Post-Production • Tag

1-3: Sichtung & Rohschnitt • Tag 4: Feedback-Runde 1 • Tag 5-7: Überarbeitung & Feinschnitt • Tag 8-10:

Color Grading, Sound, Graphics • Tag 11: Feedback-Runde 2 • Tag 12-13: Finale Anpassungen • Tag 14:

Export & Delivery Gesamt: 5-6 Wochen Express möglich? Ja, für Aufpreis. Minimal: 2-3 Wochen.

Kann's länger dauern? Ja, wenn: Komplexes Projekt, viele Drehorte, aufwändige Animationen

Was kostet eine Filmproduktion?

Häufigste Frage. Ehrlichste Antwort: Kommt drauf an. Grobe Richtwerte (Corporate Video, 2-4

Minuten): Budget-Variante: 3.000-8.000€ • 1 Kameramann • 1 Drehtag • Basis-Equipment • Einfacher

Schnitt • Stock-Musik Standard-Variante: 8.000-15.000€ • Kleines Team (2-3 Personen) • 1-2 Drehtage •

Professionelles Equipment • Aufwändiger Schnitt, Color Grading • Lizenzierte Musik Premium-Variante:

15.000-30.000€+ • Größeres Team (4-6 Personen) • 2-3 Drehtage • High-End Equipment

(Cinema-Kamera, Drohne) • Aufwändige Post-Production • Motion Graphics, 3D-Elemente •

Professioneller Sprecher Was treibt die Kosten? • Anzahl Drehtage • Team-Größe • Equipment

(Cinema-Kamera vs. DSLR, Drohne, Spezial-Equipment) • Anzahl Locations • Post-Production Aufwand

(Animationen, VFX) • Lizenzen (Musik, Sprecher, Location-Miete) Tipp: Transparenz hilft. Sagen Sie Ihr

Budget. Gute Produktionsfirmen bauen ein passendes Konzept dafür.

Fazit: Filmproduktion ist Teamwork

Jetzt wissen Sie, wie eine Filmproduktion abläuft. Von der ersten Idee bis zum fertigen Video sind es drei

klar getrennte Phasen: Pre-Production (Planung), Production (Dreh) und Post-Production

(Nachbearbeitung). Die wichtigsten Erkenntnisse: 1. Der Dreh ist nur ein kleiner Teil Pre- und

Post-Production nehmen oft mehr Zeit in Anspruch als der eigentliche Dreh. 2. Gute Planung ist alles Je

besser die Pre-Production, desto smoother der Dreh. 3. Mehrere Takes sind normal Nichts wird beim

ersten Mal perfekt. Das ist okay. 4. Vertrauen Sie dem Team Professionelle Filmemacher wissen, was sie

tun. Lassen Sie sie arbeiten. 5. Kommunikation ist key Ehrliches Briefing + offenes Feedback =

besseres Ergebnis. Bereit für Ihre Filmproduktion? Jetzt kennen Sie den Prozess. Das macht die

Zusammenarbeit einfacher. Sie wissen, was kommt. Was von Ihnen erwartet wird. Und dass es normal ist,

wenn der Editor nach zwei Wochen immer noch schneidet. Gute Filmproduktionen brauchen Zeit. Aber

das Ergebnis ist es wert: Ein Video, das Ihre Story professionell erzählt und für Jahre verwendbar ist. Also:

Kamera läuft. Action!

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